
Die Gestaltungsaufgabe bestand darin, den Gottesdienstraum und seine
Einrichtung im Hinblick auf die neu geschaffene Formen- und Materialsprache der
Architektur zu überprüfen und nicht zuletzt für den Konvent und die
Krankenhausgemeinde ein Ort der geistigen Beheimatung zu schaffen, bzw. zu
verändern.
Die vom Künstler Mario
Haunhorst vorgeschlagene Neuausrichtung des Raumes mit einer deutlich
verbesserten Eingangssituation dient einer klareren Tageslichtführung, einer
konzentrierteren Raumgliederung und flexiblen Sitzmöglichkeiten: Aufgrund des
flexiblen Mobiliars kann die Krankenhauskapelle neben den Liturgien auch für
andere Veranstaltungen genutzt werden. In Verbindung mit gestalterischen Maßnahmen
wie Glaselementen (Türanlage, Rundfenster) entsteht der Eindruck von mehr
Offenheit, ohne dass die Sphäre der Andacht gestört wird. 
Durch die neue
Formensprache rückt das österliche Erlebnis in den Vordergrund der Wahrnehmung:
Die Thematik des an der Stelle des heutigen Eingangs vorgesehenen Rundfensters
stimmt in Form und Farbe auf Ostern ein, die Andeutung eines in Glas
erscheinenden Christus eröffnet dem Betrachter die Möglichkeit, sich einen
Standpunkt zum Bildwerk zu suchen. Die konkave, weiße Rückwand der Altarinsel
konzentriert den Blick auf die Altarinsel, das bisherige Seitenschiff bildet
gleichsam den Vorraum der Kapelle, während der Bogen zum jetzigen Chorraum mit
einer Wandscheibe und einem Glasband gefüllt zum Hintergrund für den überarbeiteten
Tabernakel wird.

Verhüllen, Enthüllen,
Erkennen, Aufleuchten, Gott begegnen…wie ein roter Faden ziehen sich diese
Momente durch die Glasgestaltung. Das Motiv des sich auflösenden, reißenden
Gewebes geht auf ein dramatisches Karfreitagsereignis zurück – und schafft
assoziative Bezüge zum Verbandsmaterial des Krankenhauses und den
Leichentüchern der Pathologie. Trost finden sollen hier
künftig auch die Angehörigen von Verstorbenen, die in der neuen Pathologie
aufgebahrt werden. Die Kapelle befindet sich direkt über diesen Räumen.

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