mario haunhorst

Lebendiger Stein

Sanierung der Kapelle im Theresien-Haus, Glandorf

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Der 14jährige Dornröschenschlaf, den die etwa 100 Jahre alte Kapelle im heutigen Theresien-Haus, Glandorf nach der Schließung des ehemaligen Krankenhauses schlief, ist beendet. Auslöser für das neue Raumkonzept war der vom Bistum Osnabrück unterstützte Wunsch der Kirchengemeinde und des Theresien-Hauses, die vorhandene Kapelle des altern Krankenhauses in eine Art Angebotsraum umzugestalten. Nach Vorstellung von Pastor Ulrich Müller und Martin Schnellhammer, dem Leiter des Theresien-Hauses, sollten hier thematische Auseinandersetzungen und gemeinschaftliche Erfahrungen wieder ebenso möglich werden wie das stille Gebet und die Feier von Gottesdiensten.

Pastor Ulrich Müller fasste die gestalterischen Intentionen folgendermaßen zusammen: "Unser Beirat nahm Kontakt mit dem Künstler Mario Haunhorst aus Osnabrück auf, und gemeinsam wurde ein Konzept für die Renovierung entwickelt. Er wählte das Bibelmotto "Jesus Christus, der lebendige Stein" als Basis für die Umgestaltung und setzte diese Idee auf großartige Weise um. So stehen die Funktionsorte Altar und Ambo - beide aus massivem Basaltstein - im Mittelpunkt der Kapelle, die Mensa des Altars ist aus einer Stahlplatte gefertigt."



Jesus als lebendiger Stein (1 Petr 2) bot sich aus mehreren Gründen als inhaltlicher Schwerpunkt für die Umgestaltung der Kapelle an: Das Gleichnis bietet Identifikationsmöglichkeiten für die Bewohner des Theresien-Hauses, die zum großen Teil daran arbeiten, ihrem Leben in betreuten Wohngemeinschaften Halt und Normalität zu geben. Es bietet aber auch zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gruppen der Kirchengemeinde, insbesondere auch für die Jugendarbeit, mitten im Theresien-Haus neue Formen des kirchlichen Lebens auf den Weg zu bringen und so das Evangelium zu praktizieren.

Folgende Schwerpunkte machen das neue Raumkonzept aus:

  • Die Positionierung von Ambo und Altar zu Polen des Raumes und der Liturgie gestalten eine elliptische Communio-Form für die Feier der Gottesdienste
  • Die Besucher finden ein aufgeschlagenes Evangelier auf dem Ambo beim Betreten der Kapelle vor.
  • Tabernakel und ewiges Licht wurden zu einer Einheit ergänzt
  • Eine bewegliche Bestuhlung ermöglicht wechselnde Raumnutzungen

 

Die entschiedene inhaltliche Akzentuierung und die hinsichtlich der Bauaufgabe knappe Budgetvorgabe führte schließlich zur neuen, sehr schlichten und klaren Feierform der Liturgie im Kontrast zur bestehenden Raumform.

Basalt, Schwarzstahl und Flachglassetzen in Verbindung mit modernen, klar gegliederten Stahlrohstühlen starke Akzente im eher hellen, klassischen Kapellenraum.


Um die neuen Formen in den bestehenden Raum einzubinden, war eine Reihe von gestalterischen Maßnahmen notwendig. Unter anderem wirken die eigens entwickelten Lichtstelen als eigenständige Objekte und korrespondieren mit dem Raum durch ihre Masse und Proportionen. Die die Auffrischung des Farbkonzepts mit Akzenten moderner Wandmalerei lässt Boden, Wände und Einrichtung zu einer Einheit werden.

Am  Dienstag, 28. Juni 2011, wurde die Kapelle von Weihbischof Theodor Kettmann geweiht.


Auftraggeber: Kath. Kirchengemeinde St. Johannis, Glandorf
Fertigstellung: 2011
Künstlerisches Konzept: Mario Haunhorst 
Innenarchitektur, Altar, Ambo, Einrichtungsgegenstände, Wandmalerei


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